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Meilensteine der Reformation

Irene Dingel, Henning P. Jürgens (Hrsg.) 
Meilensteine der Reformation
Schlüsseldokumente der frühen Wirksamkeit Martin Luthers
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Manuskripte aus Europa werden erbeten an Prof. Dr. Ute Lotz-Heumann, ulotzh@email.arizona.edu (Postadresse: Division for Late Medieval and Reformation Studies, University of Arizona, Douglass 307, PO Box 210028, Tucson, AZ 85721-0028, USA).

Manuskripte aus Nordamerika werden erbeten an Prof. Dr. Randall C. Zachman, rzachman@nd.edu (Postadresse: 130 Malloy Hall, University of Notre Dame, Notre Dame, IN 46556, USA).

Aufsatzband

Archiv für Reformationsgeschichte – Aufsatzband
Internationale Zeitschrift zur Erforschung der Reformation und ihrer Weltwirkungen / An international journal concerned with the history of the Reformation and its significance in world affairs
Vol. 107/2016
106. Jahrgang

Erschienen: Oktober 2016
ISSN: 0003-9381
Einzelpreis: 89,00 €

Inhalt   |   Zusatzdownloads

Titelei und Impressum

Seite 1 - 4

Inhaltsverzeichnis

Seite 5 - 6

Zwischen Rom und Mainz, Wittenberg und Königsberg

Die politischen Berater von Kurfürst Joachim I. von Brandenburg und der Beginn der Reformation (1517-1535)
von: Mathis Leibetseder

Elector Joachim I of Brandenburg was one of the most determined advocates of an imperial politics directed against Luther. The scholarship therefore assumes that political advisers at the court of Berlin-Cölln remained true to the papal church. The essay examines the relevant sources in order to examine the viability of this thesis. A first step investigates the group of bishops from Brandenburg an der Havel, Havelberg, and Lebus, who were among the Elector’s most important advisers, as well as a number of provosts that were regularly sought out to offer advice to the council. A second step scrutinizes secular council members that were active in Joachim’s more intimate circle. Whereas the clergy for the most part displayed no public sympathy for Luther’s doctrine, some evidence shows that secular councillors built a network with Wittenberg and Köigsberg that greeted the Reformation with openness.

Seite 7 - 34

God, Christ, and Serfdom

Christian Egalitarianism in the Twelve Articles of the Upper Swabian Peasants (1525)
von: Frederick Marquardt

Die „Zwölf Artikel“ der oberschwäbischen Bauern sind das berühmteste Zeugnis des deutschen Bauernkriegs von 1525. Im dritten Artikel wird die Abschaffung der Leibeigenschaft gefordert, da sie „zuo erbarmen ist, angesehen das uns Christus all mit seinem kostparlichen Pluotvergüsen erlöst und erkauft hat, den Hirten gleich als wol als den höhsten, kain ausgenommen. Darumb erfindet sich mit der Geschrift, das wir frei sein und wölen sein.“ Historische Deutungen dieser Textstelle fielen sehr unterschiedlich aus, eine überzeugende Erkläung fehlt jedoch bis heute. Dieser Beitrag argumentiert, dass der dritte Artikel als Forderung nach Egalität zu deuten ist: Das Opfer Christi für „uns (…) all“ offenbart den gleichen Wert aller Menschen vor Gott. Deshalb verletzte es den Willen Gottes, wenn jemand einen anderen Menschen als sein Eigentum beansprucht und ihm die erniedrigenden und beschwerlichen Bedingungen der Leibeigenschaft auferlegt. Dieser Interpretation liegen drei Quellenkorpora zugrunde, die in die „Zwöf Artikel“ eingegangen sind: der Sachsen- und Schwabenspiegel, die in der Tradition des christlichen Naturrechts stehen; die insgesamt dreihundert überlieferten Petitionen lokaler Bauern, die den „Zwöf Artikeln“ zugrundeliegen; schließich die Schriften von Sebastian Lotzer und Christoph Schappeler, die an der Abfassung der „Zwöf Artikel“ beteiligt waren und deren Ideen üerdies den Einfluss von Luther und Zwingli widerspiegeln.

Seite 35 - 60

'Good Neigborhood' and Confessional Coexistence in Augsburg's Holy Cross Quarter, 1548-1629

von: Emily Fisher Gray

Im Augsburger Heilig-Kreuz-Viertel nutzten Lutheraner und Katholiken benachbarte Kirchen, deren Grundstücke von beiden Parteien beansprucht wurden. Schon aufgrund der räumlichen Beschaffenheit war eine klare konfessionelle Abgrenzung undurchführbar. Obgleich die tiefe Feindschaft zwischen beiden Lagern jede Form der Toleranz von vornherein ausschloss, verpflichteten die politischen Realitäten die Beteiligten zur Koexistenz. Die beiden Gemeinden handelten einen Weg zur gemeinsamen Nutzung der umstrittenen Gebäude und Räume aus, und zwar auf der Grundlage des Prinzips „guter Nachbarschaft“ und nicht unter Berufung auf „Gerechtigkeit“. Indem „gute Nachbarschaft“ gemeindliche Traditionen und christliche Ideale evozierte, ermöglichte sie die aktive Kooperation zwischen den beiden Gemeinden trotz – oder sogar wegen – des sich vertiefenden konfessionellen Antagonismus und des Fehlens von klar definierten räumlichen Grenzen. „Gute Nachbarschaft“ ermöglichte eine friedliche und stabile Koexistenz von konfessionellen Rivalen über Jahrzehnte hinweg. Allerdings schwächten gutgemeinte Interventionen der Stadtobrigkeit allmählich diese gute Nachbarschaft und schufen faktische, von den Parteien selbst gar nicht wahrgenommene Grenzen, die nach der Zerstöung des Predigerhauses im Gefolge des Restitutionsedikts von 1629 zum Streitgegenstand wurden. Gleichwohl zeigt die Experimentierphase der „guten Nachbarschaft“ im Heilig-Kreuz-Viertel, wie eine konfessionelle Koexistenz inmitten der religiöen Feindseligkeiten des 16. Jahrhunderts funktionieren konnte.

Seite 61 - 82

The Faithful City Defended and Delivered

Cultural Narratives of Siege Warfare in France, 1553-1591
von: Amy Houston

Dieser Beitrag nimmt kulturelle Narrative des Belagerungskrieges, insbesondere anhand von Belagerungsberichten aus den französischen Religionskriegen (1562–1598), in den Blick. Trotz der konfessionsübergreifenden Ausrichtung des Genres nutzten katholische und hugenottische Autoren gleichermaßen den Topos einer belagerten,  beschützten und dann erlösten Gemeinschaft der Gläubigen. Im Zentrum steht hier die Entwicklung dieses Narrativs von seinen Ursprüngen im Militärdiskurs der Jahrhundertmitte bis zu den häufigen Belagerungen der 1560er und 1570er Jahre. Dabei wird untersucht, wie Autoren beider Glaubensrichtungen dieses narrative Ideal mit historischen Fakten der Belagerungsereignisse in Einklang brachten. Der Beitrag schließt mit der Beobachtung, dass die breite Kenntnis dieses Narrativs in den belagerten Städten Paris (1590) und Chartres (1591) sich direkt auf die dortige Stadtverteidigung auswirkte.

Seite 83 - 106

When Criticism becomes Resistance

The Maria Episcopacy in 1558/59
von: Lena Oetzel

In der Forschung zu Widerstand und Widerstandsdebatten unter den englischen Katholiken wurden die marianischen Bischöfe, also jene Bischöfe, die bei Elisabeths Herrschaftsantritt 1558 noch im Amt waren und die sich letztlich weigerten, die religionspolitischen Reformen mitzutragen, weitgehend ignoriert. Dabei liefern sie eine hervorragende Fallstudie für die Untersuchung von frühneuzeitlicher Herrscherkritik und Widerstand. Beide Konzepte sollen in ihrem Wert für die Analyse frühneuzeitlicher Herrschaft charakterisiert werden. Es wird gezeigt, dass die marianischen Bischöfe von Beginn an äußerst offen in ihrer Kritik waren, auch wenn sie Elisabeths Thronanspruch grundsätzlich anerkannten. Insofern erscheint ihre Weigerung, den Eid auf die Royal Supremacy zu schwören, nicht überraschend. Der Prozess bis zur Eidesverweigerung veranschaulicht die Labilität von Herrschaft kurz nach der Thronbesteigung und die Bemühungen aller Parteien, ihren jeweiligen Handlungsspielraum zu erweitern. Er bietet somit Einblick in die Dynamiken frühneuzeitlicher Herrschaft.

Seite 107 - 136

The Marian Persecution and Early Elizabethan Protestants

Persecutors, Apostates, and the Wages of Sin
von: Karl Gunther

Der Beitrag untersucht die protestantische Wahrnehmung der marianischen Verfolger und Apostaten während des elisabethanischen Zeitalters. Über die Erwartung jenseitiger Bestrafung hinaus forderten einige englische Protestanten Vergeltungsmaßnahmen gegen ihre Verfolger, um die marianischen Märtyrer zu rächen. Elisabeth behandelte frühere Protestantenverfolger aus vielen Gründen eher nachsichtig. Während einige Protestanten die Milde der Königin lobten, lassen sich kritische Stimmen im Laufe der 1560er Jahre nicht überhören, die nach Bestrafung riefen und wegen Untätigkeit ein göttliches Gericht in Aussicht stellten. Desgleichen nahmen unnachgiebige Protestanten daran Anstoß, dass es die politische Führung versäumte, Bußleistungen für marianische Apostaten zu erzwingen. Sie forderten, selbst reumütige Geistliche aus der Church of England zu verstoßen. Insgesamt wirft der Beitrag ein neues Licht auf die nachhaltigen Folgen der marianischen Verfolgung im frühelisabethanischen England und schärft unser Verständnis für bisher vernachlässigte Aspekte des protestantischen Denkens in dieser Zeit.

Seite 137 - 164

Building the Badge of God

Architectural Representations of Persecution and Coexistence in Post-Reformation England
von: Susan M. Cogan

Sir Thomas Tresham, ein katholisches Mitglied der Gentry im protestantischen England, baute in den 1590er Jahren ein Haus für den Aufseher eines Kaninchengeheges, das seine Wahrnehmung der religiösen Verfolgung und sein Bemühen um Koexistenz mit seinen protestantischen Standesgenossen und Nachbarn versinnbildlichte. Bisher wurde dieser dreieckige Bau als Ausdruck von Treshams trinitarischen Glaubenseinstellungen gedeutet. Dabei wurde eine weiterführende symbolische Bedeutung allerdings übersehen. Wie der Grundriss und die Dachverkleidung nahelegen, sollte dieses Gebäude nach Treshams Willen das scutum fidei, das heraldische Schild Gottes, verkörpern. Entsprechend erzeugten eigens neu errichtete Kaninchengehege rund um das Aufseherhaus eine Landschaft, die mit dem mittelalterlichen Motiv der spirituellen Kriegsführung korrespondierte. Der Beitrag geht davon aus, dass das Aufseherhaus einen dreieinigen Gott versinnbildlichte, der über die Herde verfolgter Katholiken wachte, und zwar in Gestalt der im umliegenden Gehege befindlichen Kaninchen. Das Gebäude symbolisierte gleichermaßen konfessionelle Verfolgung und Wahrheit, den Schutz des allmächtigen Gottes und die Zugehörigkeit des Bauherrn zu einer lokalen Elite, mit der er trotz Verfolgung und Bedrängnis einen Zustand harmonischer Koexistenz anstrebte.

Seite 165 - 192

"Unter den Ketzern zu leben und zu sterben ist gar schwerlich und geferlich."

Das Sterbebuch des Johann Leisentritt im Kontext der katholischen Sterbebücher des 16. Jahrhunderts
von: Radmila Prchal Pavlíčová

The aim of this study is to analyze the most frequently printed Catholic books on dying well from the second and third quarters of the sixteenth century, interpreting them in the context of late medieval and pre-Reformation ars moriendi literature and as part of confessional polemic. The focus is on three Catholic authors: Georg Witzel, Adam Walasser, and Johann Leisentritt. The examination of their works emphasizes that Catholic authors thematized and exploited the ideal of the good death as part of confessional disputes already from the 1530s, not after a longer period of time. The Catholic books on dying are imbued with a sense of polemical opposition toward the Lutheran conception of salvation and the Lutheran ideal of the good death. The Lutheran doctrine of justification is understood as a threat to obtaining salvation. Hence these Catholic authors endeavor to offer clear instruction to the orthodox facing death, to preserve the salvation of the faithful in the face of the Protestants. The book on dying written by the Dean from Bautzen, Johann Leisentritt, exhibits a rhetorical aggressiveness against the heterodox, and seeks to delineate a clear boundary between, respectively, salvation and damnation, between good (Catholic) and false (heterodox) dying and death. His work derived from a biconfessional context and reflects a relentless struggle for the conscience and salvation of the dying.

Seite 193 - 216

Differenzierende musikalische Abstinenz

Die Einführung des Kirchengesangs im reformierten Zürich
von: Francisca Loetz/Franziska Eggimann

The practice of Christian church singing became differentiated as a result of the European Reformations. Whereas Catholicism continued to reserve the singing of Latin liturgical chant for priests and choirs, Lutheranism and Calvinism introduced the principle of vernacular singing by the congregation. Zwingli, however, rejected any singing in worship. In Zürich a capella singing in unison was first introduced in 1598, four-part singing by 1641 at the latest. The circumstances as well as the consequences of the introduction of Zwinglian singing in church have barely been investigated. This contribution thus addresses the questions of how the hymn was introduced in Zwinglianism, the role played by church songs in the worship and devotional practice of communities, and what the introduction of this church singing implied for confessionalization in Zürich. This article argues that despite its temporary musical abstinence Zürich was not characterized by confessional exceptionalism.

Seite 217 - 241

The Experience of Female Readers in Sweden around 1600

Evidence Collected from Funeral Sermons
von: Otfried Czaika

Der vorliegende Beitrag untersucht die Darstellung der Leseerfahrungen von Frauen in Schweden um 1600 anhand von Leichenpredigten. Dabei wird deutlich, dass die in Schweden gedruckten Leichenpredigten detaillierte Informationen über das Leseverhalten und die Buchkultur bürgerlicher und adeliger Frauen enthalten. Frauen lasen nicht nur religiöse Schriften, sie setzten sich auch mit ihnen auseinander und verfassten auf der Basis ihrer Lektüre eigene Texte. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass in den Leichenpredigten sowohl das Allgemeine – die Teilhabe der Frauen an der lutherischen Konfessions- und Buchkultur – als auch das Individuelle – Lesepräferenzen und der persönliche Umgang mit Büchern – repräsentiert ist.

Seite 242 - 265

Creating a Patron Saint of Renegades

von: Rosemary Lee

Der Beitrag nimmt die kulturelle Produktion von Heiligen in den katholischen Missionen im safawidischen Persien von ca. 1620 bis 1630 in den Blick. Dabei profitierten die Missionare von der Entscheidung des Safawidenschahs

ʿAbbas I. (1587–1629), seinen Hof für Katholiken zu öffnen. ʿAbbas lud Missionare vor allem deswegen an seinen Hof, weil er auf verstärkte europäische Unterstützung in seinen Kriegen gegen die Osmanen hoffte. Die Förderung lokaler Heiliger durch die Missionare und ihre römischen Unterstützer gehörte zu einer größer angelegten Kampagne, die die konfessionelle Identität von orthodoxen Christen in Persien wie auch Georgien zu stärken und christliche Konversionen zum Islam einzudämmen suchte. Ausgehend von Fallstudien zu Leben und Verehrung von zwei heiligen Frauen aus der Missionsregion (Ketevan, eine orthodoxe Märtyrerin aus dem Kaukasus, und die Perserin „Teresa“, eine muslimische Konvertitin zum Katholizismus) werden die bevorzugten Handlungsoptionen der Missionare im Umgang mit orthodoxen Christen beleuchtet. Dabei wird auch deutlich, wie stark die Furcht vor Bekehrungen zum Islam das Verstädnis der Missionare im Hinblick auf das angemessene Verhältnis zum schiitischen Islam und seinen Anhägern prägte.
Seite 266 - 288

Rethinking the Significance of Early Modern Probabilism in Post-Reformation Catholicism

The Case of Alberto de Albertis
von: Stefania Tutino

Die historische Forschung diskutiert gegenwärtig eine Neubewertung des Probabilismus in der Theologie-, Geistes- und Kulturgeschichte des frühneuzeitlichen Katholizismus. In diese Richtung weist auch dieser Beitrag, der das Fallbeispiel des italienischen Jesuiten Alberto de Albertis und seinen handschriftlich überlieferten Traktat über den Probabilismus untersucht. Wenn auch sowohl der Traktat als auch sein Autor in der modernen Forschung nahezu unbekannt geblieben sind, liefert er einen tiefen Einblick in die Bedeutung katholischer Debatten über den Probabilismus.

Seite 289 - 315

Der Einfluss Philipp Melanchthons auf den Ausbau des schlesischen Schulwesens

von: Christine Absmeier

This article examines how Philip Melanchthon secured a strong influence on educational and church life in Silesia with the help of four strategies. First, he was responsible for the formation of entire generations of theologians and schoolmasters. Second, through dedicated and thoughtful recruitment he put multipliers in place that were familiar with his teaching. Third, Melanchthon was a patient mentor to his friends and students in personal as well as official matters. And finally he did not hesitate to apprise princes and councilors of their duty when it was congenial to the enforcement of his convictions.

Seite 316 - 328

Symbolische Kommunikation durch und mit Bildnissen

Die Geschichte der Zerstörung des Melanchthonporträts in der Wittenberger Schlosskirche 1596 (?)
von: Ruth Slenczka

Portraits bear great symbolic potential: as a visual representation of the sitter they can take the place of a person – especially in legal terms, if claims to possession or sovereign control was being marked or social status maintained. This article focuses on the function of portraits of the reformers in the confessional conflicts at the end of the sixteenth century. It is less concerned with the portraits themselves than with the symbolic acts that were carried out with and toward them, as well as with the accounts that describe these symbolic acts and give us an idea of the role and function played by portraits in confessional conflicts as the sixteenth century drew to a close. At the heart of the article is the account of the removal and destruction of a portrait of Melanchthon in the castle church in Wittenberg, which Matthias Quad von Kinckelbach related and made famous at the beginning of the seventeenth century in his

Teutscher Nation Herligkeitt (Cologne, 1609).
Seite 329 - 341

Themenschwerpunkt/Focal Point Geschichte auf den Begriff bringen: "Reformation" und "Tridentinische Kirche"

Einführung
von: Ute Lotz-Heumann

Seite 342

Wie die Reformation zu ihrem Namen kam

von: Anselm Schubert

This article explores how the Protestant movement in sixteenth-century Germany came to be called “the Reformation.” In the late Middle Ages, the term “reformatio” meant returning to an earlier, better state, thus implying improvement of an institution. In the fifteenth century, the term also denoted a new “order,” as in, for example, an ordinance. The early adherents of Protestantism did not see their movement as a “reformatio,” rather, they saw spreading the Gospel as its defining characteristic. After the Peace of Augsburg, Lutherans started to use the term “reformatio,” but only in its limited sense of referring to the new evangelical church ordinances. Beginning in the early seventeenth century, notably with the centenary of the Reformation in 1617, “reformatio” increasingly came to be understood as a historical chain of events. However, the Lutheran Reformation was only one among many historical “works of Reformation.” It was not until the eighteenth century that the term “the Reformation” came to be used exclusively for the sixteenth-century events initiated by Martin Luther.

Seite 343 - 354

Vom Konzil zum Gründungsmythos

Wie der "Geist von Trient" auf den Begriff gebracht wurde
von: Birgit Emich

This article traces how the early modern Catholic Church came to be called “the Tridentine Church” and the connection between this process and a reinterpretation of the Council of Trent. Far from setting a standard of reform for the Catholic Church that was then seamlessly implemented in the localities, the long-term impact of the Council of Trent was only made possible because the papacy adopted the Council for its own purposes. By appropriating the terms “Trent” and “Tridentine,” Rome was able to establish its authority as interpreter of the Council’s decrees and to shape the ecclesiastical reform process initiated by the Council. As a result, a “Tridentine myth” was created, which should nevertheless be taken seriously because it deeply influenced the history of the Catholic Church.

Seite 355 - 368

Zusatzdownloads

01titelei_und_impressum.pdf